Puma

Projekt Details

  • Kunde: Puma
  • Ort: Frankfurt am Main
  • Jahr: 2003
  • Status: realisiert

Kurzinfo

Zur Produkteinführung eines limitierten Schuhmodells des Sportartikelherstellers Puma, der in Kooperation mit der Automarke MINI und eines angelehnten Sondermodells erstellt wurde, besteht unser Auftrag darin, diesen im Rahmen der Internationalen Automobil Ausstellung IAA medienwirksam zu inszenieren und prominent im Markt zu positionieren. Durch die Umfunktionierung eines Ladenlokals auf Frankfurts längster Einkaufsstraße, der Berger Straße, konnte man sich nicht nur gegen die Informationsflut durch die IAA durchsetzen und das Werbeverbot auf öffentlichen Plätzen während der Messe umgehen, sondern sogar eine PR-Lawine lostreten.

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Ziel der Kampagne war es, die Öffentlichkeit über die Produkteinführung des neuen Puma Mini Motion zu informieren. Da es sich um eine Marken-Kooperation mit dem 2001 neu aufgelegten Mini handelte, wählte die Lifestylemarke Puma den Zeitraum der IAA in Frankfurt, für möglichst große Werbeeffekte und Synergien. Da die Stadt zu dieser Zeit jedoch zum einen von extrem präsenten Autowerbungen und Promotionaktionen dominiert wird und Präsentationsflächen über Jahre im Voraus ausgebucht sind, musste eine alternative, allerdings nicht weniger effektive Lösung gefunden werden.

ENVY konzipierte aus diesem Grund die Anmietung und Umgestaltung einer kleinen, leer stehenden Ladenfläche in der Berger Straße. Die Straße ist die längste Einkaufsstraße Frankfurts und führt von der Innenstadt bis in den Nordosten der Stadt. Am Anfang der Straße wechseln sich zahlreiche Szene-Kneipen, kleinere Boutiquen und Fachgeschäfte ab, am Ende befindet sich ein traditionelles „Kneipenviertel“ mit vielen alten Apfelweingaststätten und trendigen Bars. Die Berger Straße empfahl sich durch die Einkaufsstätten am Tag und Ausgehmöglichkeiten am Abend als idealer Standort für eine „awareness“ erzeugte Promotionmaßnahme. Die Schaufenster der Gewerbefläche wurden bis auf drei kleine Sichtfenster vollständig mit einer gebrandeten Folie im Stil des „Rotlichtmilieu“ abgeklebt. Mit der Aufschrift „Film ab für die Peep-Show von Puma und MINI – Hot Films all day! Live Show every Hour!“ auf Schaufenster und Flyern wurde auf die Aktion aufmerksam gemacht. Während des gesamten Tages lief ein eigens produziertes Video, das den „Strip“ des MINI-Sondermodells zelebrierte und durch die Schaufenstereinblicke der vermeintlichen Peep Show betrachtet werden konnte. An den Fenstern angebrachte Kopfhörer untermalten den voyeuristischen Akt durch die passende Musik. Zur vollen Stunde zwischen 12 und 8 Uhr wurde ein grelles rotes Licht angeschaltet und die Zuschauer konnten die „erotische Show“ sehen, die sexy Beine bekleidet mit dem neuen Puma Mini Motion darstellte. Der Schuh war praktisch der einzige Akteur, auf den sich alle Blicke richteten. Um zusätzlich dafür zu sorgen, dass Leute am Schaufenster stehen blieben und durch die Sehschlitze spähten, wurden Protagonisten eingesetzt, die als normale Passanten getarnt, interessiert das Geschehen im Laden verfolgten und so das „Eis für alle anderen neugierigen Menschen brachen“ und diese zum „Spannen“ animierten.

Durch den Einsatz der Lockvögel bildeten sich teils regelrechte Menschentrauben, die alle gebannt darauf warteten, auch einmal einen Blick auf das vermeintlich anrüchige und sündige Treiben zu erhaschen. Durch die Menschenmassen irritiert und die Aufschrift „Peep-Show“ aufgebracht, kam es zu „Courage zeugenden Aktionen“ der Anwohner, die die Ziele der Aktion noch verstärkten. Da sie den Sittenverfall ihres Viertels fürchteten, kam es zu besorgten Anrufen und Anzeigen bei der Polizei, deren Kontrolleinsätze auch das Interesse von Print- und Rundfunkmedien verstärkten und diese zum Geschehen lockten. Dadurch erzielte die Aktion nationale Reichweite, da ausführlich über die Aktion und die Reaktion der Anwohner berichtet wurde. Folglich erhöhte sich deutschlandweit die Aufmerksamkeit für die Kooperation von Puma und MINI sowie die Bekanntheit des neuen Lifestyle-Produkts.